Das Malen als Selbstheilung

 

Als ich mich vor die leere Leinwand setzte, war ich in einer tiefen Depression versunken. Ich war mit dem Gedanken identifiziert, dass ich in diesem Zustand nichts bewirken konnte und es völlig gleichgültig war, ob ich einfach nur im Bett lag oder sonst irgendetwas machte. Ich konnte nichts anderes spüren als diesen dumpfen leeren Schmerz.

Und wie ich mit dem Malen begann und sich langsam vor mir Gestalten auf dem Bild abzeichneten regte sich in mir ein Interesse für das, was da geschah, und ich begann Gefallen an den Farben und Formen zu finden. Ich tauschte mich mit einem anderen Malenden aus, der sich positiv dem Bild gegenüber äußerte, was mich weiter bestärkte und ermutigte.

Als ich am nächsten Tag wieder ins Atelier zu dem Bild zurückkehrte, war meine Stimmung schon besser. Ich hatte etwas geschaffen, an dem ich gestalterisch wirksam sein konnte. Ich erkannte, dass ich mit meinem Tun ein Stückchen Welt verändern konnte, klein gedacht war es „nur“ meine eigene kleine depressive Welt, in die plötzlich Licht und Farbe kam - doch weil wir alle miteinander verbunden sind, wage ich es zu behaupten, dass die Wirkung, die wir mit unserem schöpferischen Tun haben weit größer ist, als wir es uns vorstellen können!

 

Lorina N.

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Kreative Zukunftsgestaltung
Rusydah Ziesel