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Meine Familie in Ton
Figurative Formen

Ich

Ich beginne mich selbst figurativ zu formen. Es geht mir ganz leicht von der Hand. Ich forme mich mit angewinkelten Armen und offenem Mund. Ich stelle die Figur ab. Eine aus der Gruppe sagt, das erinnert sie an Munch „der Schrei“ Hm, ich frage mich, ob ich so dramatisch aussehe? Für mich ist es eine Erinnerung, dass ich ganz viel gesungen habe als Kind. Ich singe auch jetzt noch, aber als Kind war es anders. Ich musste singen! Und es hat mich glücklich gemacht. Heute weiß ich, das ich damit meine Spannungen im Körper gelöst habe.  

Unerwartetes geschieht.

 

Jetzt forme ich meine Mutter. Ups, es entsteht ein junges, freches, selbstbewusstes Mädchen. Das ist definitiv nicht meine Mutter! Wer wird das? ; Frage ich mich während ich weiter forme. Ich weiß es nicht. Ich entschließe mich aber diesem Impuls zu folgen. Ich könnte das als Jugendliche sein. Aber ich bin mir nicht sicher...Ich stelle die Figur ab und nehme ein neues Stück Ton für meine Mutter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erinnerungen werden wach.  

Es werden zwei Figuren. Zwei Köpfe aus einem Rumpf. Mein Vater und meine Mutter. Ich entscheide mich sie zu trennen, auch unter dem Aspekt, die Figuren später besser verschieben zu können.

Nun forme ich meine Mutter aus. Ich erinnere mich an die 70iger Jahre Mode. Lange bunte Kleider, spitze Busen und Perücken. Meine Mutter trug gerne Perücken. Eine hatte schulterlange Haare mit einer Aussenrolle.

 

Wir Mädchen saßen oft an ihrer Kommode vor dem großen Spiegel und probierten die Perücken aus. Kämmten und flochten uns die Haare.

 

Ich forme meiner Mutter, schöne große Ohren - meine Mutter war schwerhörig- Oftmals dachte sie, wir reden über sie, da war auch viel Misstrauen in ihr der Welt gegenüber und sie hatte viel Ängste.

Wenn wir unterwegs waren und die Menschen mit ihr sprachen, musste ich für sie die Worte wiederholen. Ich sagte sie nicht unbedingt lauter, nur deutlicher und langsamer. Ich gewöhnte mir eine sehr deutliche Sprache durch sie an. Einen Mund kann ich ihr nicht geben. Um der stillen Trauer, dem stillen Leid, das sie in sich trug zum Ausdruck zu bringen.

Gefühle werden hochgeschwemmt.

 

Die Figur ist fertig. Ich stelle "meine Mutter" zu mir. Ihre Hand streichelt meine Wange, ihr Blick traurig, mir zugewandt. Das Bild rührt  mich zu Tränen.